Viermal so hoch wie der Münsterturm würden warten die Räder auf Wind und auf Sturm. Still und starr würden ruhen im Nebel untätig die Rotorenhebel. Im Sommer, so ein Segler mir anvertraute, gibt es die berüchtigte Bodenseeflaute. Man sähe die Räder also meilenweit und fragte sich nach der Windhöffigkeit. Wenn schon das Stadtbild macht alle wild, wo bleibt das harmonische Landschaftsbild? Vom Eingriff in die Natur ganz zu schweigen. Jeder Tourist wird auf die Räder zeigen! Was nützt es? Wem nützt es? Ist es das wert? Bedächtig abwägen ist niemals verkehrt. Denn wenn die Räder einmal stehen, sind sie jahrzehntelang zu sehen. Deshalb fragt sich hier zur Zeit fast jeder: Will Überlingen tatsächlich unter die Räder? Erneuerbare gerne, aber wirklich so? Mit herzlichen Grüßen, Narri-Narro.
Foto: Gisela Munz-Schmidt Löwinnen beim Umzug in Owingen am 23.Januar 2026
Eine Überlinger Sage:
Die Frau und der Löwe
Zu Staub zerfällt die Welt. Ins Grab geht alles Leben hinab. So lautet das Gesetz.
Doch gibt es Kräfte, die dem widerstehen. Erinnerung ist eine solche Spur vom Einst ins Jetzt, und auch das Wort erhält. Gegen das Fallen und Verlieren steht Liebe auf und überwindet.
Beim Tor lebt‘ eine Frau, die hatte nur ein einziges Kind, das liebte sie so sehr, dass andere sagten, sie wär‘ vor Liebe blind. ( Wir wissen wohl, wie Liebe blendet, doch auch, dass sie erkennt.) Jedoch so kurzen Blicks, wie oft die Leute sind, wollten sie diese Ansicht gar nicht gelten lassen. Da irrte eines Tages durch die Straßen und die Gassen von Überlingen ein Löwe. Woher? Wohin? Kein Mensch hat‘s je gewusst! Er lief geradewegs zum Hause jener Frau und nahm mit großem Maul das vielgeliebte Kind, als sei es Löwenfutter, von ihrer Brust. Die Mutter, ganz außer sich und offenen Haares, entriss es ihm. Da war‘s gerettet, und der Löwe, vom Löwenmut der Frau geschlagen, zog knurrend ab mit leerem Magen und ward nie mehr gesehen.
Den Löwenkopf ließ jene Frau aus Stein als Angedenken hauen und diesen Stein ins Haus einbauen.
Das Haus verfiel, ein Spiel der Zeit, der Löwenkopf, er wurde abgenommen, ist aber später dann verkommen, der Stein zu Sand und Staub zerfallen.
Das Wort, das Lied, nimmt Sand und Staub und macht daraus den Stein, der ewig hält. Darum wird allen Leuten die Sage von der tapferen Frau erzählt.
Ich glaube wohl, sie soll bedeuten: Selbst wenn es starke Gegenmächte gibt, wachsen dem Menschen Kräfte, wenn er liebt.
Gisela Munz Schmidt Aus: Sagenhaftes Überlingen Owingen Salem Heiligenberg ( Quelle: Theodor Lachmann, Sagen und Bräuche am Überlinger See)
Erhältlich im Städtischen Museum Überlingen und bei Gisela Munz-Schmidt
Weitere Gedichte zu der närrischen Jahreszeit siehe unter Themen: „ Fasnet/ Fastnacht/ Karneval“
Als Gast werde ich am 7. September 2025 in der Markuskapelle um 14 Uhr eine kleine Lesung abhalten, musikalisch begleitet von Franz Alber, Ruth Steindl und Dorothea von Walthausen.
Vier Sagentexte über Taisersdorf und Hohenbodman werde ich vorlesen, sie handeln von Hass und von Liebe.
Meine Lesung ist ein kleines Kunstangebot von vielen anderen, die in Taisersdorf an diesem Tag zum Erleben einladen.
Eine weiße Wolke ist es oder ein goldener Sonnenstrahl oder ein leuchtendes Lächeln. Ein warmer Händedruck kann es sein oder ein schöner Stein auf dem Weg, der leicht genug ist, dass ich ihn aufheben kann und nach Hause tragen, denn das Glück will ich immer behalten. Doch a Vogerl is es..
Mach d Hand auf, vielleicht fliegts drauf..
Gisela Munz-Schmidt
Foto: Gisela Munz-Schmidt Am Silvestertag 2024 am Seepark Pfullendorf
Im Winter Eine Auswahl von Fotos, Bildern und Texten
Im Winter
Kristalle und Flocken decken die Erde in dichter Schicht.
Darüber schreiten, stapfen und gleiten.
Frische des Winters im warmen Gesicht.
Gisela Munz-Schmidt aus: Winter- und Weihnachtsbuch, Verlag Stadler Konstanz
Foto: Gisela Munz-Schmidt Lenkbrunnen im Seepark Pfullendorf
Auch in Pfullendorf steht ein Brunnen des Künstlers Peter Lenk, dessen Skulpturen voller Andeutungen, Hinweise, Zitate und Hintergründe sind, seiner eigenen humorvollen bis sarkastischen charakteristischen Ausdrucksweise verpflichtet. ( Grotesker Realismus?)
Der oben Schwebende soll an Graf Bernadotte der Mainau erinnern, und der Sitzende? Hoffentlich gibt es für ihn kein lebendes Vorbild!
Foto:Gisela Munz-Schmidt
Im Winter finde ich den Kontrast zwischen warmen Brauntönen und dem Weiß und Blau in allen möglichen feinen Übergängen besonders zauberhaft.
Mein Vater Rudolf Munz ist in der Steiermark in Österreich geboren, war ein begeisterter Skifahrer und liebte den Winterschnee.
Er war Hobbymaler und in seinen Winterbildern wird derselbe Kontrast sichtbar.
Ölgemälde von Rudolf Munz , 1971Ölgemälde von Rudolf Munz, 1951, Kopie nach Gemälde von Willy Kriegel, 1941
Dem Gedichtband LEBENSZEIT meines Vaters Rudolf Munz habe ich das folgende Neujahrsgedicht entnommen:
Aufbruch
Die Sterne wollte ich mir holen. Das hohe Ziel zum Greifen nah, erlebte ich wie gottbefohlen, dass manches nur ein Irrlicht war.
Sich niemals unterkriegen lassen! Ist Lebensart und Ziel und Gut. Die Schicksalsstürme toben lassen erkühnt das Herz und fördert Mut.
Mit voller Kraft ins neue Jahr! Das Glück ruft leis: „Herein!“ Ich freue mich, mein Traum wird wahr: Ich werde neu erfolgreich sein.
Rudolf Munz
Auf meinem Foto sind die Bäume weiß…..…und hier im Aquarell von Sibylle Buderath aus unserem Winter- und Weihnachtsbuch sind die Farben umgekehrt.Aquarell von Valerij Karassioff Hagnau im WinterAquarell von Horst Müller Bodenseeufer im Winter 1987
Die Blaumeise
Kalt ist es geworden, und die kleine Blaumeise versteckt sich in den Zweigen. Alle anderen huschen durch den Nebel und haschen nach Nahrung und nur Korn um Korn, das weiß sie ja auch, füllt sich ein Bauch und man wird groß. Na also! Flieg los!
Gisela Munz-Schmidt
Aquarell von Ursula Dieterich (Ausschnitt)
Und nun zum Schluss etwas ganz anderes, das ich in unserem Haushalt zum Thema Winterbilder gefunden habe:
Eine Originallithographie des Malers Reinhold Schmidt, ein Onkel meines verstorbenen Mannes Dr. Werner Schmidt
Reinhold Schmidt ( 1861 in Flein geboren- 1932) Professor an der Akademie in Stuttgart, war als Landschafts- und Pferdemaler bekannt.
Die gezeigte Lithographie ist hinten so gekennzeichnet:
Eine friedliche erfreuliche Winterzeit mit den besten Wünschen für meine Leserinnen und Leser weltweit!
Aufstehen und große Augen machen.
Und den Tag einfach kommen lassen.
Mehr lachen.
Das sind meine Vorsätze für das neue Jahr!
Und natürlich gibt es auch Wünsche…
Stahlstich von Corradi, Ausschnitt, Titel von Sagenhaftes, Gedichte um alte Sagen von Gisela Munz-Schmidt
Nach der Sammlung von Theodor Lachmann, Sagen und Bräuche am Überlinger See
Mehr über Sagen findet sich bei den Themen: Burgen und Sagen
Einen herzlichen Gruß sende ich heute an alle meine Leserinnen und Leser auf der ganzen Welt, die seit einem Jahr meine Homepage besuchen und hoffentlich dabei Freude, Mitgefühl, Kunstgenuss und Erbauung verspüren und mit mir auf Gedankenreise gehen auf vergnüglichen oder nachdenklich stimmenden Wegen.
Ich bin sehr dankbar, dass ich auf diese Weise meine Gedanken und auch die Bilder befreundeter oder verwandter Künstlerinnen und Künstler mitteilen kann!
World Wide Web ist keine Floskel: die Tausenden Besucherinnen und Besucher meiner Website kommen aus vielen Ländern der Welt:
Nach Häufigkeit zähle ich auf: Germany, United States, China, Netherlands, Austria, Switzerland, France, Russia, Afghanistan, Philippines, Egypt, Denmark, Malaysia, Chile, Belgium, Iran, Hungary, Luxembourg, Belarus.
Also gehen herzliche Grüße und gute Wünsche in alle Welt!
Frohe Ostern und: Bitte bleiben Sie mir gewogen!
Gisela Munz-Schmidt
Hast du‘ s gesehen?
Es blühen die Zärtlichen, Zarten!
Vorbei alles Warten.
Sonne wächst aus dem Garten.
Gisela Munz-Schmidt
Jahreswende
Gib mir die Hand.
Lass uns die Stunden im Niemandsland
zwischen den Zeiten
genießen und dehnen.
Uns aneinander lehnen.
Es steigen- helle Pracht-
Kaskaden der Erinnerungen und Träume in die Nacht.
Sie blitzen auf und fallen glänzend nieder aus der Ferne,
funkelndes Feuerwerk sprühender Sterne!
Die Uhr rückt weiter,
und die Zeit nimmt ihren Lauf.
Sie reißt uns mit,
und niemand hält sie auf.
Alles wird anders,
kein Stern bleibt, wie er war.
Ich wünsch uns Glück
und Mut und Zuversicht für jedes neue Jahr!
Gisela Munz-Schmidt
Seit April 2022 hat mir unser Sohn Georg diese HomePage eingerichtet, auf der ich für alle Menschen, die sich für meine Lyrik interessieren, immer wieder Beiträge aus meinem großen Fundus an publizierten und unveröffentlichen Gedichten und Texten einstellen kann.
Glücklicherweise habe ich immer mit Malerinnen und Malern aus meinem Freundeskreis zusammengearbeitet, so dass ich die Texte meistens anschaulich ergänzen kann und darf. Außerdem fotografiere ich ganz gerne und versuche so, Beobachtungen nicht nur in Worten festzuhalten.
Ich begreife meine HomePage als Lese-und Bilderbuch und freue mich, wenn Du/Sie/Ihr darin blättert und vielleicht etwas entdeckt, was Dich/Sie/Euch anspricht. Für Kommentare bedanke ich mich schon mal im voraus !
Mit herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen für alle meine Leserinnen und Leser!
Die folgenden Worte aus dem Stundenbuch von Rainer Maria Rilke, das ich als Schülerin freiwillig fast ganz auswendig gelernt habe, stellen gleichsam ein Lebensmotto dar, das sich auch in meiner Lyrik wiederspiegelt:
„Lass dir alles geschehen:
Schönheit und Schrecken.
Man muss nur gehen:
Kein Gefühl ist das fernste.“
Rainer Maria Rilke
Deshalb steht auch hier in meinen Gedanken und Gedichten die Schönheit der Natur neben den Schrecken des Krieges.
Der Kreis
Ich liebe das Eis,
wenn es schmilzt,
denn ich liebe
Wärme und Wasser,
und ich lebe
den Kreis.
Gisela Munz-Schmidt
Aus: Kleine Gedichte - Große Gefühle
Sankofa Bronzeanhänger aus Ghana Der Vogel steht als Symbol für das Lernen aus der Vergangenheit für eine bessere Zukunft