Foto: Gisela Munz-Schmidt, Schwarze Degenfische im Supermarkt Calheta, Madeira, März 2026
Der Schwarze Degenfisch
Aalgleich, schwarz und glänzend und wie eingeölt, mit großem Maul und spitzen Zähnen, so liegt er da. Wenn er, schon tot, gefangen wird, sind seine Augen aufgeplatzt und sein Magen, denn er kommt aus tiefster Meerestiefe, unbekannt, unerforscht ist sein Lebensraum. Und dann landet ein Teil von ihm auf unseren Tellern, denn wir sind der Schluss der Nahrungskette. Der Fisch endet dann in unserem Bauch. Er fraß Kraken, die Kraken fraßen Krill. So ist das Leben. Auch.
Gisela Munz-Schmidt
Foto: Sigurd Koppen, Bildwand in Camara de Lobos, Madeira, März 2026
Das, und viel mehr, hat uns unsere hervorragende Reiseleiterin Helena erzählt, und sie hat uns ein Sprichwort mitgegeben:
Es gibt noch zwei Konzerte im Bürgerhaus KulturIO:
Vorgestern war ich beeindruckt vom Konzert des Eröffnungsabends, das auf mich wie ein Feuerwerk wirkte, und gestern war ich völlig hingerissen, als Lida und Martin Panteleev eigene Kompositionen vorstellten. Eine grandiose Gefühlswelt kam da zum Ausdruck, für deren Spektrum meine Sprache keine Worte hat: Es ist Musik!
Lida Panteleev stellte auch einige ihrer Gemälde aus , und zwei davon ließen mich nicht los, und ich habe heute nach dem Aufwachen Gedichte dazu entworfen:
Vom Verborgenen
Weiß wie Lawinen, hell wie Wasserfälle, und doch ist es eine Nebelwolke, opak und quellend vom Himmel ins Tal. Und alles verhüllt sie, was sein wird, was jetzt ist und jegliches „Es war einmal.“ Die schwarzen Wächtertannen hüten das Geheimnis. Starr stehen sie ums dichte Gewoge und verraten nichts. Aber wollen wir wirklich alles genau wissen?
Gisela Munz-Schmidt Gedanken zu einem Gemälde von Lida Panteleev Silver Fog
Vom Klaren
Voll scheint hier der Mond und spiegelt sich, damit wir unmissverständlich und doppelt den Einklang wahrnehmen, das göttlich vollendete ruhige Runde in der Schönheit der Farben. Und das Wunder, wenn eines dem anderen entspricht und wenn etwas erwidert wird. Es ist Liebe, wie Liebe ist.
Gisela Munz-Schmidt Gedanken zu einem Gemälde von Lida Panteleev
Foto : Gisela Munz-Schmidt von links: Sebastian Navarro, Lida Panteleev, Martin Panteleev, Alexander Dimitrov am 12.3.2026 in Owingen
Wie bekannt ist, heißen Osterglocken Narzissen, nach Narziss, einem griechischen Adonis. Ein Beau.
Narziss
An eines Sees oder Flusses Gestaden zog er sich aus. Er wollte baden. Im Wasser sah er sein Spiegelbild verheißungsvoll lächeln, betörend mild, hinreißend wild, mit gleichem maßlosen Begehren. „Du bist so schön, ich liebe dich.“ Er wollte sich nicht wehren. Und da versank er in sich. Er ertrank.
Gisela Munz-Schmidt
Am Ufer erblühten dann die ersten Narzissen.
Sibylle Buderath Aquarell
Sonnengoldene Narzissen, wie sie es wissen, wann die rechte Zeit ist, denn alles im Leben hat seine Zeit, sagt der Prediger Salomo, und jede Narzisse weiß es auch.
Und ich muss es Tag für Tag lernen.
Gisela Munz-Schmidt
Osterglocken
…wiegen sich im Wind in der Wiese und im Park wild und kultiviert…
Gisela Munz-Schmidt
Den Frühling finden
Die Sonne, die Wärme, die Osterglocken wollen ins Freie und Weite dich locken. In Gärten, zwischen Polstern und Blütenkissen, wiegen sich die Prachtnarzissen. Oder sieh doch! Diese stehen heiter in der Wiese mit leuchtendem Gelb und frischem Grün, schau nur, wie sie üppig blühen!
Schnür deine Schuh und mach dich bereit: Jetzt kommt die unbeschwerte Zeit!